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Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena für Feuilleton und Essay 2017

Freitag, 26.05.2017



Ausschreibungsunterlagen für Bewerber

 



Kennen Sie Caroline? Keine Ahnung? Nur ein Name ohne Zusammenhang? In unserem Fall ist es Caroline Michaelis. Sie war die Tochter des berühmten Göttinger Universitätsprofessors Michaelis, Jahrgang 1763.



Das hilft Ihnen nicht weiter? Wie ist es mit Caroline Michaelis Böhmer? Den Namen ihres Mannes Franz Böhmer, Mediziner in Clausthal, trägt sie seit 1784. In der Abgeschiedenheit des kleinen Harzstädtchens entwickelt die begabte und gebildete Caroline ihr Talent als Briefeschreiberin.



Dieser Name sagt Ihnen immer noch nichts? Dann weckt vielleicht Caroline Michaelis Böhmer Schlegel Erinnerungen an eine femme fatale des 18. Jahrhunderts? Die Witwe Böhmer, als Jakobinerin verdächtigt, auf der Festung Königstein in Haft, gesellschaftlich verrufen, wird durch die Ehe mit August Wilhelm Schlegel wieder salonfähig. Sie wird das weibliche Zentralgestirn des Jenaer Frühromantikerkreises. Caroline Michaelis Böhmer Schlegel Schelling: Wir wissen, dieses Wortungetüm hat Caroline nie als Namen getragen. Der Philosoph Schelling, den sie in Jena kennenlernt, wird die größte Liebe ihres Lebens. Auf der Suche nach ihrem Lebensglück verstößt die „Dame Luzifer“ mutig gegen die Konventionen ihrer Zeit und trennt sich von August Wilhelm Schlegel. Mit der Auslobung des Caroline-Preises in den literarischen und journalistischen Kategorien Essay und Feuilleton soll ein ehrendes Andenken an das Wirken der Frühromantikerin Caroline Schlegel bewahrt werden.



Die Preisträger:




  • 2000: Juli Zeh, Förderpreis im Bereich Essay für den Text „Justitia in Schlaghosen“; Steffen Kopetzky, Förderpreis im Bereich Journalistik/Feuilleton für den Text „Planet Merkur“

  • 2002: Burkhard Spinnen, Hauptpreis für den Essay „Skandal“; Kai Agthe, Förderpreis für den Essay „Diese Maschine ist delicat wie ein kleiner Hund und macht viel Noth.“

  • 2005: Sonja Hilzinger, Hauptpreis für den Essay „Manchmal bin ich ein Vogel“

  • 2008: Thomas Hürlimann, Hauptpreis für den Essay „Über die Treppe“; Dietmar Ebert, Förderpreis für den Essay „Vielleicht doch ein Roman – Nachdenken über Kertész‘ Dossier K.“

  • 2011: Ina Hartwig, Hauptpreis für den Essay „Die absolute Freiheit der Sinne“; Christina Müller-Gutowski, Förderpreis für den Essay „Goethe und die Linie 6“; Nadja Mayer, Förderpreis für den Essay „Die Digitalisierung der Empfindungen“

  • 2014: Andreas Dorschel, Hauptpreis für den Essay „Ein Brief der Korinther an Paulus“; Nancy Hünger, Förderpreis für den Essay „Die Stunde der Schatten - zu Wolfgang Hilbigs Erzählung Alte Abdeckerei“



Grundsätze des Caroline-Schlegel-Preises der Stadt Jena



I. Präambel: Um die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel und deren Frauen Caroline und Dorothea gruppierte sich um 1800 jener Kreis von Literaten, Philosophen und Naturwissenschaftlern, der als „Jenaer Frühromantik“ in die europäische Kulturgeschichte einging. Auf der Suche nach einer neuen Form der „Symexistenz“ entwickelte sich aus dem frühromantischen Salon das Ideal der romantischen Geselligkeit. Die Briefe der Caroline Schlegel und die vieler Zeitgenossen bezeugen, dass Caroline in ihrer Wirkung auf die Frühromantiker mehr war als eine Salondame. Treffsicherheit und Spottlust in ihren Briefen lassen eine Frau erkennen, die Partnerin, Ratgeberin und geselliger Mittelpunkt eines Zirkels von Intellektuellen war, dessen Wesen sich im lebendigen Austausch von Gedanken und Gefühlen bestimmen sollte. Nach Carolines Tod beklagte ihr Mann, der Naturphilosoph Schelling: „… dass dieses Meisterstück der Geister nicht mehr ist, dieses seltene Meisterstück von männlicher Seelengröße von dem schärfsten Geist, mit der Weichheit des weiblichsten zartesten liebevollen Herzen vereinigt. Oh, etwas derart kommt nicht wieder.“



II. Ausschreibungs- und Wertungsmodus: Im Frühjahr 2000 wurde mit der Wiedereröffnung des rekonstruierten Jenaer Romantikerhauses als Literaturmuseum erstmals der Caroline-Schlegel-Preis der Stadt ausgelobt. Nach der Verleihung im Herbst 2002 wird er im Turnus von jeweils drei Jahren vergeben. Gewürdigt werden sollen in Anlehnung an das Wirken der Namenspatronin des Preises herausragende Leistungen in den Genres  Feuilleton und Essay, die sich durch ein hohes sprachliches und stilistisches Niveau und eine solide Recherche auszeichnen. Die Bewerbung ist offen, zugelassen im Wettbewerb sind alle deutschsprachigen Texte, die entweder von den Autoren selbst oder auf Vorschlag wichtiger Feuilletonredaktionen, Verlage, literarischer Institutionen und Vereine eingesandt wurden. Jeweils für einen Haupt- und einen Förderpreis haben die Empfehlenden ein Vorschlagsrecht. Der für den Hauptpreis vorgeschlagene Text sollte dabei als pars pro toto eines Gesamtschaffens stehen. Für den Förderpreis haben wir von der Festschreibung einer Altersgrenze abgesehen. Als Kriterium für die Aufnahme in den Kreis der Bewerber um den Förderpreis gilt neben den qualitativen Anforderungen, dass sich die betreffenden Autorinnen und Autoren am Beginn Ihres Schaffens befinden. Die eingereichten Texte dürfen den Umfang von jeweils 10 bis 15 Manuskriptseiten nicht überschreiten. Sollten sie bereits veröffentlicht sein, darf die Veröffentlichung nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Einzureichen sind vier Exemplare des Textes, die für Jurierungs- und Dokumentationszwecke beim Veranstalter verbleiben.



III. Jury: Das von einem privaten Sponsor zur Verfügung gestellte Preisgeld in Höhe von insgesamt 7.500 € wird in der Regel in einen Hauptpreis, dotiert mit 5.000 €, und einen Förderpreis, dotiert mit 2.500 €, geteilt. Gegebenenfalls kann die Jury auch eine andere Teilung vornehmen. Als Ausrichter bzw. Veranstalter fungiert die Stadt Jena, namentlich das Romantikerhaus, Museum der Deutschen Frühromantik der Stadt Jena. Der Veranstalter kann in Absprache und Beratung mit der Jury, anderen Fachleuten und dem Stifter Änderungen an den Grundsätzen vornehmen. Bereits zum siebten Mal wird im September dieses Jahres der Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena vergeben. Der Hauptpreis ist mit 5.000 € und der Förderpreis mit 2.500 € dotiert. Die Bewerbung ist offen, zugelassen sind alle deutschsprachigen Texte, die den genannten Kriterien entsprechen.



Jury 2017: Dr. Dorothee Schmitz-Köster, Journalistin und Autorin, Berlin; Dr. Sonja Hilzinger, Autorin, Lektorin und Wissenschaftsberaterin, Berlin; Prof. Dr. Stefan Matuschek, Literaturwissenschaftler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena



Einsendeschluss: 30. Juni 2017, Bewerbung 10 bis 15 Manuskriptseiten und einige Angaben zum persönlichen Werdegang in vierfacher Ausfertigung (per Post oder E-Mail, s.u.)



Preisverleihung: 09. September 2017



Kontakt: JenaKultur, Romantikerhaus Jena, z.Hd. Herrn Klaus Schwarz, Unterm Markt 12 a, 07743 Jena (Rückfragen unter Telefon 03641-498249 / 498240 oder E-Mail: klaus.schwarz@jena.de und bildung-romantikerhaus@jena.de ), Internet: www.romantikerhaus.jena.de




Einsendungen per Post und E-Mail sind möglich

Quelle: kulturkurier


 
Eventdaten bereitgestellt von: kulturkurier / Kulturclub.de
 
 

Location: Romantikerhaus

Anschrift

Unterm Markt 12 a
07743 Jena
Deutschland

Telefon:(03641) 498249
Fax:(03641) 228829

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